Eichenprozessionsspinner – Es geht auch ohne Gift !

Warum nicht auch in Großostheim?
Je nach Witterung schlüpfen Anfang April aus den ersten Eiern die Larven des Eichenprozessionsspinners (ESP), die nach dem zweiten Larvenstadium, nach ca. 20 Tagen, ihre giftigen Haare entwickeln, die beim Menschen allergische Reaktionen, Ausschläge und manchmal Schockzustände auslösen können.
Die natürlichen Feinde der Raupe, Kuckuck und Wiedehopf, aber auch einige Käfer und Wespen sind in vielen Gebieten nicht mehr ausreichend vorhanden, um ein Gleichgewicht herzustellen oder den Massenbefall zu vermindern. In manchen Jahren wird der ESP zu einer Plage.
Befallene Bäume (hauptsächlich Eichen), die gesund sind, kommen mit einem Kahlfrass zurecht, sie treiben spätestens das nächste Jahr wieder aus.
Um den Menschen zu schützen, müssen Gebiete oft auch längere Zeit gesperrt werden, oder (in Wohn- und stark besuchten Wald- und Parkgebieten) besonderen Maßnahmen unterzogen werden.
Bei einem Einsatz mit Pestiziden steht nur ein relativ kleines Zeitfenster von April bis Mai zur Verfügung, um die Raupe vor der Entwicklung der Haare zu töten. Hat die Raupe die Haare, ist sie zwar auch tot, die Brennhaare sind aber weiterhin wirksam, werden mit dem Wind verteilt, befinden sich auf dem Boden und in den fußballgroßen Nestern, in die sich die Raupe tagsüber zurückzieht.
Beim Einsatz von Foray ES sterben nachgewiesenermaßen auch alle anderen Schmetterlingsraupen. Wie sich das Gift auf andere Insekten, Vögel und den Menschen auswirkt, ist noch nicht ausreichend untersucht.
Um den ESP wirkungsvoll zu bekämpfen und auch die Haare zu beseitigen, haben sich 183 Kommunen in Bayern deshalb entschlossen, den ESP mechanisch durch Absammeln oder Absaugen, in einigen wenigen Fällen auch durch Abflämmen zu behandeln.
Dr. Thomas Jung, Oberbürgermeister der Stadt Fürth dazu: „Wir haben immer wieder mit den Eichenprozessionsspinnern zu tun. Seit Jahren bekämpfen wir sie dort mechanisch, wo es nötig ist. 2020 war das immerhin an 300 Bäumen. Das kostet zwar etwas, aber wenn wir Biozide einsetzen würden, müssten wir zusätzlich mechanisch die Nester entfernen, das würde letztlich teurer kommen.“
Neben Fürth u.a. seien hier auch Bayreuth (mit 378 Bäume), Teublitz (ca. 300), Neumark/Opf. (über 250) und Weiden/Opf (mit 203 Bäume) zu nennen. Vgl. hierzu
<www.bund-naturschutz.de> <www.nabu.de/hintergrund> >http://www.umweltbundesamt.de>

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

* Bitte stimme den Datenschutzbedingungen zu.

Verwandte Artikel